Den Nachbarn über die erfolgreiche Schulter geschaut

PLU_0014IMG_3745 Ab und an begibt sich der Willicher Verwaltungsvorstand, der in der Besetzung Bürgermeister und Beigeordnete wöchentlich tagt, zu einem „Auswärtsspiel“ – in diesem Falle war man am Donnerstag „grenzüberschreitend“ einer Einladung des Venloer Bürgermeisters Antoin Scholten gefolgt, der die Willicher Verwaltungsspitze im eindrucksvollen Rathaus zu einem Arbeitsgespräch außerordentlich freundlich empfing.

Mit von der Partie waren auf Gastgeberseite außerdem noch Jos Teeuwen, seines Zeichens „Wethouder“ (was in etwa der deutschen Funktion eines Beigeordneten und Fachdezernenten entspricht) für die Bereiche Stadtentwicklung, Kultur, Tourismus und Euregionale Zusammenarbeit, sowie Leo Schouten, strategischer Referent – und nebenbei von einem absolut aktzentfreien Deutsch. Armin Müller, Projektkoordinator der euregio rhein-maas-nord, rundete den Gesprächskreis ab.

So breit wie das Themenfeld gesteckt war, so interessant war es zu erfahren, wie engagiert sich auch die Verantwortlichen jenseits der Grenze um das wirtschaftliche Wachstum der Region kümmern: Venlo gilt zum Beispiel inzwischen in den Niederlanden als das Boom-Areal in Sachen Logistik – ein Image, das früher eher Rotterdam anhaftete. „Venlo ist inzwischen auch in den Niederlanden recht prominent aufgestellt“, so Scholten. Was Wunder, dass man sich in diesem Zusammenhang stark und mit Nachdruck auf allen Ebenen um eine grundsätzliche Verbesserung der internationalen Schienenanbindung bemüht – was auch dem generell intensiven Austausch zwischen den Ländern vor allem im Grenzgebiet geschuldet ist: Rund 60 Prozent der an der internationalen Venloer Hochschule „Fontys“ Studierenden kommen zum Beispiel aus Deutschland.

Weiter waren die demografische Entwicklung beider Länder (in den Niederlanden „deutlich weniger problematisch“), die unterschiedliche Handhabung der Unterbringung von Asylbewerbern (in den Niederlanden sind die Kommunen nur für die Unterbringung anerkannter Asylbewerber direkt zuständig) Gesprächspunkte– und neben anderem auch noch das Thema „Feuerwehrversorgung“, die bei unserem Nachbarn anders als in Deutschland nicht in der Kommune, sondern in einer „Sicherheitsregion“ eben regional sichergestellt wird.

Auch die in den Niederlanden naturgemäß deutlich präsentere Hochwasserproblematik war ein Thema; auch hier wurden unterschiedliche Herangehensweisen der beiden Stadtspitzen diskutiert, bevor Venlos Bürgermeister dann zu einem Stadtbummel bat: Unter anderem schaute sich die Deutsche Delegation den wirklich beeindruckenden Erweiterungsbau des Theaters „De Maaspoort“ an, warf einen Blick in das Kulturzentrum „Domani“, in einen wahrlich auslandenden Store mit Langsspielplatten, inspizierte die Maaspromenade und war alles in allem mehr als sehr beeindruckt von den infrastrukturellen wie baulichen Fortschritten, die Venlo in den letzten Jahren genommen hat. Ein beeindruckender, selbstredend vom Bürgermeister kundig geführter Rundgang mit Hinweisen auf versteckte Kleinode und Besonderheiten: Man „sieht“ halt nur, was man weiß – oder erklärt bekommt.

Mit Dank und einer Gegeneinladung für das Venloer Team nach Willich aufs Schloss Neersen verabschiedete sich die Willicher Stadtspitze. Bedankt und – tot ziens! (Pressestelle Stadt Willich / plu)