Wieder Gold für Willich

EEA 2014Im Oktober 2011 wurde die Stadt Willich mit dem European Energy Award (eea) in Gold ausgezeichnet. Gemäß den Regelungen des eea muss im Abstand von drei Jahren eine „Rezertifizierung“ durch ein Auditierungsverfahren erfolgen. Dieses Audit wurde im Juni 2014 von einem externen Auditor des TÜV Rheinland und dem städtischen eea-Berater, Herrn Tippkötter von der Firma infas enermetric, durchgeführt. Im Ergebnis hat die Stadt Willich von 424 möglichen Punkten 326,3 Punkte erreicht und konnte das Resultat auf 77 Prozent (2011: 76 %) steigern. Bei der Preisverleihung in Telgte wurde jetzt der Gold-Award von NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel offiziell an die Stadt übergeben. Der eea ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz, das lokale Potenziale erkennt und nutzt und die Akteure vor Ort einbindet. Sowohl die Anstrengungen als auch die Erfolge einer Kommune lassen sich damit neutral messen und vergleichen. Mittlerweile nehmen mehr als 1.200 Kommunen in 12 Ländern am European Energy Award teil; mehr als 640 Kommunen wurden mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Bundesweit beteiligen sich rund 300 Kommunen, von denen insgesamt 35 mit dem eea in Gold zertifiziert sind. Die Position der Stadt Willich zum Klimaschutz wird durch das erstellte Klimaschutzkonzept und die Schaffung einer entsprechenden personellen Ressource (Klimamanager) nachhaltig bestätigt. Die Stadt Willich hat sich mit ihrem Beitritt zum „Convent of Mayors“ einer quantitativen CO2-Reduzierung verpflichtet. Der „Aktionsplan für nachhaltige Energie“ wurde dem Konvent vorgelegt und von diesem anerkannt. Neben dem „Convent of Mayors“ ist die Stadt Willich außerdem im Jahr 2012 dem Klima-Bündnis beigetreten. In vielen Neubauprojekten auf dem Stadtgebiet und in den kommunalen Einrichtungen der Stadt sind verschiedenste Maßnahmen von Energieeffizienz- und CO2-Minderungsmaßnahmen umgesetzt worden:

  • Der Bau von besonders energieeffizienten Neubauten (mind. KfW 70-Häuser) auf städtischen Baugrundstücken wird von der Stadt mit einem Zuschuss von bis zu 6.000€ (Passivhaus) belohnt.
  • Die Wärmeversorgung in Neubaugebieten erfolgt zum Teil durch ein dezentrales Blockheizkraftwerk (BHKW), in dem klimafreundlich und hocheffizient Strom und Wärme erzeugt wird. Weitere dezentrale BHKW-Anlagen sind auf dem Stadtgebiet vorhanden (z. B. Freizeitbad De Bütt, JVA Willich).
  • Im Norden des Stadtteils Alt-Willich entsteht seit Mitte 2014 die Willicher Klimaschutzsiedlung, die durch hohe Dämmstandards (Passivhaus) und den Einsatz innovativer Effizienztechnologien die CO2-Emissionen der dortigen Wohnhäuser auf ein Minimum reduziert.

Die Stadt Willich fördert energetische Sanierungen von Bestandgebäuden daher mit einem Zuschuss von bis zu 2.500 Euro. Das Geothermiezentrum im Gründerzentrum im Gewerbegebiet Stahlwerk Becker wurde zwischenzeitlich zum Energiezentrum Willich ausgebaut, mittlerweile umfasst das Beratungsangebot neben der Geothermie-Beratung auch eine regelmäßige Energieberatung sowie eine Photovoltaik- und Solarthermie-Beratung basierend auf dem Willicher Solarpotenzialkataster. Der aktuelle Energiebericht für alle städtischen Liegenschaften weist den niedrigsten Energieverbrauch seit zehn Jahren auf, obwohl neben der Anzahl der Verbraucher (PC und Server an Schulen, etc.) auch die zu versorgende Nutzfläche (Anstieg um mehr als 4000 m²) stark zugenommen hat. Zum Willicher Energieteam gehören neben dessen Leiter Franz-Carl Hübner außerdem seitens der Stadt Marcel Gellißen, Armin Printzen, Sybille Jebavy, Thomas Gebel, Sandra Thull, Ralf Nagel, Claudia Maibach, Thorsten Meliß, Joachim Fuchs, Mike Steinbrecher. Seitens der Stastwerke gehören Mario Sagner und Dimitrios Trentos zum Team. Unser Foto zeigt bei der Preisverleihung (von links): NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel, Marcel Gellißen, Martina Stall, Nanette Amfaldern (Vorsitzende Umweltausschuss), Stellvertretender Bürgermeister Guido Görtz, Armin Printzen, Ralf Nagel und Lothar Schneider (Geschäftsführer der Energieagentur.NRW).